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Der letzte Herr des Waldes

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Dieses Buch hat es mir angetan. Hier erzählt kein Reisender über den Amazonas und seine Ureinwohner. In dem Buch spricht auch kein Ethnologe über die Kultur der Indigenes. Und hier beschreibt auch kein Journalist die Welt.

Ganz anders: Dem Journalisten Thomas Fischermann ist es gelungen, die Stimme des Tenharim Indianers Madare Juwa für uns hörbar werden zu lassen.


Großvater Kikí, Vizehäuptling vom Volk der Tenharim spricht mit ZEIT-Reporter Thomas Fischermann über die Krankheit, die die weißen Invasoren, die er "Holzfäller" und "Goldgräber" nennt, über die Welt gebracht haben.

Leben an der Front
Die Tenharim leben an der Front. Der Front zwischen der sich zivilisiert nennenden Welt und der ursprünglichen Lebenswelt der Indigenes. Die Transamazonika läßt die beiden Welten aufeinander stoßen.

Madare Juwa spricht ohne die zivilisierte Schere im Kopf. Seine Stimme klingt unvoreingenommen. Offen erzählt er davon, dass seine Vorfahren Menschenfleisch aßen. Und er versch…

Trommeln statt Handy

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Die Boras im Amazonas haben ihre Sprache in Trommelschläge übersetzt.  Eine internationales Forscherteam hat die Trommelsprache der Boras Indianer untersucht. Dabei stießen sie auf die besondere Bedeutung des Sprachrhythmus. Der Rhythmus erweist sich bei der Unterscheidung der Wörter als ausschlaggebend.


Überdies hat die menschliche Stimme allenfalls die Fähigkeit eine Reichweite von 200 Metern zu erlangen. Indem die Boras Wörter und Sätze mit den Trommelschlägen nachahmen, erreichen sie das Hundertfache an Reichweite.

Die Trommeln stellen die Boras aus Holzstämmen von zwei Metern Länge her. Die Baumstämme lassen sie auf besondere Weise durch ein Feuer aushöhlen. Jede Trommel erzeugt zwei Tonhöhen. Da sie zwei Trommeln gleichzeitig benutzen, stehen ihnen vier Tonhöhen zur Verfügung.

Die Sprache der Boras ist mittlerweile vom Aussterben bedroht. Noch leben etwa 1.500 Boras in kleinen Gemeinschaften verstreut in Peru und Kolumbien.

Quellen:

Max-Planck-Gesellschaft: Rhythmus ist entschei…

Kanadier im Amazonas gelyncht

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Der Kanadier Sebastian Woodroffe wurde im Amazonas Regenwald in Peru geschlagen und gelyncht. Die Indigenes hielten ihn für schuldig die 81-jährige Schamanin Olivia Arévalo getötet zu haben. Der 41-jährige Kanadier war offenbar Patient der indianischen Heilerin gewesen. Mit einem Smartphone war das Lynchen des Mannes aufgenommen worden und grassierte in sozialen Medien.
Kein Vertrauen in die Polizei Die britische Zeitung Guardian zitiert Ronald Suárez, die höchste Autorität des indigenen Volkes der Shipibo-Konibo: Die Männer, die für das Lynchen verantwortlich waren, handelten spontan und entsprechend dem traditionellen Recht des indigenen Volkes. Er fügte hinzu, dass sie wenig Vertrauen in die Polizei haben. Viele Verbrechen gegen die Indianer blieben unbestraft.

Die Schamanin war am 19. April 2018 mit zwei Schüssen getötet worden. Sie war eine anerkannte Heilerin. Die Fülle des traditionellen Wissens der Shipibo-Konibo war in der Schamanin aufgehoben.



Das peruanische Parlament …

Freiwillige Isolation anerkannt

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Im Amazonas Regenwald in Peru leben noch sieben Ethnien, die es vorziehen keinen Kontakt zu unserer Zivilisation einzugehen. 

Jetzt hat die Regierung in Peru die freiwillig isoliert lebenden Indianer anerkannt. Damit ist zwar noch nicht endgültig gesichert, dass sie ungestört in ihrem Gebiet leben werden. Doch vollzogen ist nun der erste Schritt, um auch ihre Landrechte anzuerkennen.

Wirtschaftliche Interessensgruppen hatten die Existenz der Ethnien lange abgestritten. Denn ihnen geht es um Holz, Erdöl und Straßenbau. Jetzt aber sollen die Schutzgebiete der Indianer sogar ausgeweitet werden. Bislang umfassen die Gebiete eine Fläche, die in etwa der Mecklenburg-Vorpommern entspricht.

Erdöl schlummert unter dem Gebiet der Matsés
Trotz dieser Maßnahme der peruanischen Regierung sehen Kritiker damit die indigenen Völker des Gebietes noch nicht außer Gefahr. Dorothea Hamilton von der Online-Redaktion amerika21 verweist auf Erdölkonzessionen, die dem peruanischen Staat gehören. Bislang geb…

Völlig überrascht über Gerichtsentscheid

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Mancher in Kolumbien mag jetzt verwundert und verdutzt sein. Denn das Oberste Gericht hat einen klaren Entscheid für den Regenwald gesprochen. 
Das Gericht verlangt einen Aktionsplan der Regierung bis September dieses Jahres. Damit soll die Abholzung des Regenwalds bis 2020 komplett beendet werden.

Der Gerichtsentscheid ist von historischer Bedeutung, weil zum ersten Mal in einem südamerikanischen Land ein Gericht den Regenwald als juristische Person anerkennt. Dadurch hat das Gericht den Regenwald wie einen Menschen oder ein Unternehmen behandelt, berichtete Madlen Haarbach gestern im Tagesspiegel. Wer dem Regenwald schadet, muss künftig mit Strafe rechnen.

Den kolumbianischen Staat hatten 25 Kinder und Jugendliche vor dem Obersten Gericht angeklagt. Ihre Argumente: Die Zerstörung des Regenwalds beeinträchtige ihr Recht auf Leben und Gesundheit. Denn der Regenwald sei für das Klima entscheidend.

Dem folgte das Gericht mit seiner Entscheidung. Denn die bisherigen Maßnahmen zum Schutz …